Schon in ihrer Kindheit entdeckte die gebürtige Hamburgerin Lea Fresenius ihre Liebe zum Flamencotanz. Sie lernte seit 1987 u. a. bei Javier Barón, Joaquín Ruíz, Adela und Rafael Campallo, Andrés Marín, Juana Amaya sowie Joaquín Grilo und Israel Galván. Von 1995 bis 2000 tanzte sie für die Gruppe „Gota de Fuego“ und ging anschließend für einen dreimonatigen Studienaufenthalt nach Sevilla.
Seit 2004 gibt sie Flamenco-Unterricht und Workshops im In- und Ausland (z.B. in der Ballettschule von Maria-Paula Gori auf Elba und als regelmäßige Dozentin und Tänzerin beim Flamenco-Sommer im Rhein-Main-Gebiet) und wirkt nach ihrem Studium in Tanz Schauspiel Performance bei verschiedenen Flamenco-Projekten und unabhängigen Tanztheatern und Theater-Produktionen mit.
Über das Unterrichten sagt sie:
„Am Anfang hätte ich nicht gedacht, dass es mir so sehr liegen würde. Tut es aber. Ich glaube, dass es zum Teil damit zusammenhängt, dass ich mit aufmerksamen Augen gesegnet bin und es mir außerdem große Freude bringt, die SchülerInnen über sich selbst hinauswachsen zu lassen.
Grenzen ausloten – im besten Fall überlisten – und ab und zu die Fesseln des Alltags sprengen ist mir beim Unterrichten wichtig. Es geht nicht darum, alles, was ich sage, bis zur Perfektion umzusetzen, sondern darum, Spaß am Flamenco zu haben und sich zu trauen, neue Erfahrungen zu machen.
Dabei spielt Lachen eine große Rolle. Neues zu erlernen bringt manchmal Momente mit sich, die einem peinlich vorkommen – das kenne ich selber nur zu gut – und da bewirkt eine gute Portion Humor wahre Wunder.
Meine schönsten Momente sind die, in denen es mir Gänsehautschauer über den Rücken jagt und – ja – manchmal sogar eine kleine Träne ins Auge treibt, weil ich sehe, wie hängende Schultern oder ein ehemals runder Rücken von einer mittlerweile stolzen und aufrechten Haltung einfach weggewischt werden.“
Flamenco ist für sie neben der körperlichen Erfahrung – der ganzen Energie, die damit einhergeht – ein sehr direkter Zugang zu den eigenen Emotionen. Pur und kraftvoll.
In der „Anda“ war über sie zu lesen:
„Die wunderbare Lea Fresenius, die sowohl als innovative, temperamentvolle wie auch mondäne Tänzerin, stets in Hosen und Botas und trotzdem unglaublich feminin, wie auch als Sängerin das Publikum für sich einnahm. (…) Lea schläft nachts im Kraftwerk, will man Gerüchten Glauben schenken.“…
Fotografin: Bina Engel